Haus am Dom

Worms

Mit dem Neubau Ihres Gemeindehauses nimmt die Domgemeinde ihre besondere Verantwortung für die Gestalt des Domumfeldes wahr. Das neue Haus am Dom trägt dazu bei, die heute unbefriedigende räumliche Situation zu klären. Neben dem Südportal des Domes tritt das neue Haus der Gemeinde mit angemessener und selbstverständlicher Würde auf.

Die Anordnung des Hauses am Dom auf der Ostseite des ehemaligen Kreuzgangs und im engen Zusammenhang mit der Nikolauskapelle faßt den Kreuzgang und gibt ihm jenen kontemplativen Charakter zurück, der einen Kreuzgang als solchen charakterisiert. Der Kreuzgang ist nicht mehr bloß zugiger Durchgang zwischen zwei Plätzen, sondern er wird in seiner konzentrierten Atmosphäre wieder als Kreuzgang erlebbar.

Am Domvorplatz verbindet das neue Haus am Dom die bestehenden Domhäuser und die Nikolauskapelle zu einem raumbildenden Ensemble. Ihren Abschluß und natürlichen Höhepunkt findet die Bebauung auf der Westseite des Platzes im Südportal des Doms. Das Portal wird selbstverständliche Mitte und Ziel eines stadträumlichen Gefüges, das den Dombesucher empfängt und auf den Besuch der Kirche einstimmt. Ein kleines Café und der Buchladen im Sockelgeschoß beleben diesen der Stadt zugewandten Platz.

Das neue Haus der Gemeinde tritt neben dem ehrwürdigen, mächtigen Dom mit einer bescheidenen Würde auf. Materialien, Gestalt und Proportionen der Baukörper sind sorgfältig gefügt. Im Wissen um die Geschichte antworten sie mit den Mitteln unserer Zeit auf den Anspruch, dem ein Haus neben dem Dom ausgesetzt ist. Es ist ein Haus, mit dem die Domgemeinde ihrer Verantwortung für den besonderen Ort einen angemessenen, gebauten Ausdruck geben könnte. Leider kam es durch einige entstellende Fehlentscheidungen der Gemeinde und des Diözesanbaumeisters zu erheblichen Beeinträchtigungen.

 

Bauherr: Domgemeinde St. Peter, Worms
Wettbewerb 1. Preis, in Bau
mit G. Heidenreich
Neubau eines Gemeindehauses mit Saal im Obergeschoß
Wettbewerb: Nguyen Thu Phuong
Mitarbeit: L. Pahlisch, G. Radon
Visualisierungen: J. Gehrcken, Berlin
Bauüberwachung: J. Hamm, Worms

Fotos: Büro Hamm Architektur+Denkmalpflege, Worms, Madeleine Herz