Deichhäuser in der Überseestadt

Hansestadt Bremen

Für die Neubauten an der Hafenkante suchen wir einen architektonischen Ausdruck, der zwischen den ehemaligen Speicherbauten des Hafens und einem bürgerlichen Anspruch an das eigene Wohnumfeld vermittelt. Es geht um eine präzise Verankerung der neuen Häuser in ihrer so charakteristischen Umgebung. In diesem Sinne gilt unsere Suche auch einer neuen ‚bremischen’ Architektur. Sie findet ihre Bezüge nicht nur unter den Speichern und Lagerhäusern des Hafens, sondern ebenso in den früh-modernen Ziegel-Architekturen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Bedeutungswandel des alten Hafenareals hin zu einer größeren Urbanität, der mit der Entwicklung des Quartiers eingeleitet wurde, findet so auch in den neuen Häusern selbst seinen Ausdruck. Selbstverständlich und mit einer gelassenen Zurückhaltung stehen die Häuser in der ersten Reihe am Ufer der Weser. Die klare Anordnung der vier Baukörper folgt dem städtebaulichen Konzept mit seiner Unterscheidung zwischen räumlich gefaßten, kurzen Querstraßen und platzartigen Aufweitungen zur Weserpromenade.

Die zurückhaltende Expressivität der bewegten Fassadenflächen rhythmisiert die Baukörper, gibt den Volumen eine eigentümliche Leichtigkeit und stützt so den Zusammenhalt des Ensembles. Es gelingt eine eigenständige architektonische Sprache, die den Bezug zu den benachbarten Neubauten wahrt. Für das neue Quartier wird eine erkennbare Identität entwickelt, dauerhafte Materialien und eine zeitgemäße, charakteristische Ausdruckskraft binden die Häuser an den besonderen Ort.

 

Bauherr: Justus Grosse Projektentwicklung, Bremen
Wettbewerb 1. Preis, in Bau
Neubau von 122 Wohn- und 6 Gewerbeeinheiten, Tiefgarage
Wettbewerb: S. Frell, J.M. Schüler
Mitarbeit: L. Pahlisch, K. Schubert, J.M. Schüler
Ausführungsplanung u. Bauüberwachung: kauert & könig, Bremen
Tragwerk: Köper und Ring Ingenieure, Bremen
Fotos: Springer Architekten